Anlageformen an der Börse

Merkmale von Anleihen

Anleihen werden auch festverzinsliche Wertpapiere, Renten, Bonds, Schuldverschreibungen oder Obligationen genannt. Banken, Unternehmen oder die öffentliche Hand geben sie aus und beschaffen sich so für einen bestimmten Zeitraum Fremdkapital, also einen Kredit. Wer Anleihen kauft, erhält regelmäßig Zinsen und am Ende der Laufzeit der Anleihe das eingesetzte Geld zurück. Etwa 27.000 Anleihen sind im Handel. ­­

Anleihen verbriefen das Recht auf Rückzahlung des Kredits zu einem bestimmten Zeitpunkt zuzüglich einer Verzinsung. Anleger, die Anleihen erwerben, nehmen eine Gläubigerposition ein. Sie haben eine Forderung gegenüber dem Emittenten. Anleihen haben unterschiedliche Ausstattungsmerkmale - wie Laufzeit, Zinszahlung oder Art der Verzinsung. Diese Merkmale werden in den Emissionsbedingungen festgelegt.

  • Der Nennwert – auch Nominalwert – ist der auf der Anleihe vermerkte Geldbetrag. Er gibt die Höhe der Geldforderung an und bildet die Basis der Verzinsung.
     
  • Der Kupon gibt die Höhe der Verzinsung an, meist in Prozent pro Jahr auf den Nominalwert. Der Begriff Kupon stammt aus der Zeit, in der Anleihen effektiv aus Papier bestanden. Ihnen lag ein Bogen mit Zinskupons für die gesamte Laufzeit bei. Gegen Abgabe der Kupons bekammen Anleger auf einer Bank die Zinsen ausgezahlt.
     
  • Die Zinsen werden jährlich, halbjährlich, vierteljährlich oder monatlich gezahlt. In Deutschland sind jährliche Zinszahlungen üblich.
     
  • Die Laufzeit ist der Zeitraum, zu dem das eingesetzte Kapital zurückgezahlt werden muss. Im Gegensatz zu Aktien haben Anleihen in der Regel eine feste Laufzeit, nach deren Ende sie zum Nennwert zurückgenommen werden. Vor diesem Zeitpunkt können Anleihen z. B. an der Börse verkauft werden. Es gibt allerdings auch sehr lang laufende Anleihen, z.B. 100 Jahre oder einige wenige endlos laufende, ewige Renten genannt.
     
  • Üblicherweise werden Anleihen am Ende der Laufzeit getilgt. Es gibt aber auch Anleihen mit Raten- oder Annuitätentilgungen. Bei einer Anleihe mit Ratentilgung entrichtet der Schuldner bis zur vollständigen Tilgung des Kredits gleichbleibende jährliche Tilgungsraten. Bei einer Anleihe mit Annuitätentilgung entrichtet der Schuldner bis zur vollständigen Tilgung des Kredits einen gleichbleibenden Betrag, der aus einer Tilgungs- und Zinszahlung besteht. Im Zeitablauf steigt dabei der Tilgungsteil, da der Zins nur auf die rückläufige Restschuld zu zahlen ist.
     
  • Der Ausgabekurs: Anleihen können zum Nennwert (zu pari), unter Nennwert (unter pari) oder über Nennwert (über pari) begeben werden. Der Ausgabekurs liegt um so näher am Nennwert, je mehr der Anleihezins dem aktuellen Marktzins entspricht. Dieser Ausgabekurs wird meist in Prozent ausgedrückt. Der Nennwert – pari – entspricht dann 100 Prozent, unter pari ist darunter, über pari entsprechend darüber.
     
  • Anleihekurs: Anleihen werden an der Börse gehandelt. Der Kurs einer Anleihe ergibt sich aus dem Angebot und der Nachfrage. Er kann über oder unter dem Nennwert liegen. Nahezu alle Anleihen notieren in Prozent vom Nominalwert.

© Mai 2019 Deutsche Börse